Die Ouverture

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Die Partitur zu Snorri Ewalðssons “Walhall-Ouverture”

Zwei Jahre nach der Unvollendung seines Schlosz-Fragments arbeitete Snorri Ewalðsson wie ein Besessener[1] an einer Oper zu seinem Hauptwerk. Da seine “Yggdrasil-Trilogie” nie über die erste Seite hinauskam, ließ er es folgerichtig mit der Ouverture bewenden. Komponiert für “Blockflöte, Glockenspiel und schweigendem, 500-Mann-starkem Streichorchster”[2] stellt es die erste Minimal-Oper in der Musikgeschichte dar. Klanglich huldigt das isländische Ein-Mann-Genie hier seinem großen Vorbild Bach (von dem er einmal sagte, “er müsse eigentlich Lennon / McCartney heißen), aber er verarbeitet auch Zitate aus dem schwäbischen Volkslied “Auf der schwäbschen Eisenbahne”[3], was als musikalische Hommage auf die neugebaute Eisenbahnstrecke von Eyrarbakki nach Kirkjuhæjarklaustur gedacht werden muß. Das Werk repräsentiert einen Brückenschlag zu seinen späten Kompositionen, wie dem “Boogiewoogie für 2 Nußknacker und 70 Elefanten” und der “Suite für großes Orchester im Ritz Carlton”, die dem sachverständigem Publikum deutlich machten, das das Ideal des “Gesamtkunstwerks” auch voll nach hinten losgehen kann.

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[3] Z.B. den Notenschlüssel

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